964 ist mehr als eine Zahl

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In der Liste der Erfahrungsberichte über meine „Shoot-your-ride“ Aufträge darf eine Session ganz bestimmt nicht fehlen. Ein guter Freund von mir schwärmte mir immer von einem luftgekühlten 964er Porsche vor, den er irgendwann mal in die Finger bekommen würde und von dem er ein paar coole Bilder haben möchte. Lang hat es gedauert – bis er, das Auto und meine Wenigkeit einen gemeinsamen Termin fanden, aber irgendwann gegen Ende des Sommers 2012 war es dann soweit und wir konnten eine komplette Nachmittag-Abend-Nacht-Session mit dem knallroten Schätzchen durchziehen. Da es kein offizielles Shoot-your-ride war, sondern ein Treffen fotobegeisterter Informatiker mit einem Hang zu schönen alten Autos, gab es auch keine direkten Anforderungen oder Limitierungen an das erwartete Ergebnis des Shootings.

Deshalb haben wir alles an Locations und Techniken durchprobiert, was wir in der verfügbaren Zeit schaffen konnten. Vom Fisheye über Weitwinkel und allen weiteren verfügbaren Festbrennweiten habe ich jedes Motiv in jeder Kombi durchgeschossen. Und so sind bei der ganzen Aktion allein auf meinen Speicherkarten auch fast 32 Gb Rohdaten zusammengekommen.

Das schafft man natürlich nicht alles an der gleichen Location. Deshalb haben wir auch bei den Schauplätzen alles aufgefahren, was Regensburg (unter der Woche) zu bieten hat. Mein geliebter Gewerbepark dufte dabei natürlich auf keinen Fall fehlen, Graffiti im Sonnenuntergang am leider nicht ganz leeren Dultplatz waren nicht ganz so spektakulär wie erwartet, exzessive Betoneskapaden in der Katakomben der Regensburger Universität waren erwatungsgemäß der Oberhammer und das kröndende „Driveby-Shooting“ in der Regensburger Altstadt vor der umwerfenden Kulisse des alten Rathauses rundete die Session perfekt ab.

Wäre Wochenende gewesen, hätten wir garantiert noch einen Zwischenstopp im Regensburger Westhafen eingelegt um dort das edle Gefährt in Gesellschaft von Containern, Eisenbahnwaggons und langsam verfallenden Speicherhallen abzulichten. Aber das nächste Shoot-your-ride an einem Sonntag kommt bestimmt und dann ist es vielleicht DEIN Oldtimer oder Hotrod, der in dieser Umgebung ins rechte Licht gerückt wird.

Wie bei allen bisherigen Auto-Sessions musste ich aber auch hier schmutziges Lehrgeld bezahlen. Wer seine 8mm Linse zu nah an das eingeschaltete Froschauge (a.k.a. Scheinwerfer) eines Autos stellt, bekommt zwar hübsche Verzerrungen der gesamten Karosserie hin, muss aber auch in der Nachbearbeitung heftigst gegen Blendenflecken, Streulichter und wildeste Farbauswüchse kämpfen – Und manchmal in diesem Kampf den Rückzug antreten und ein eigentlich genial komponiertes Motiv in die Tonne treten. Was lernen wir daraus – wenn das Licht eingeschaltet sein soll und direkt in die Linse scheint – erst Standlicht, dann Abblendlicht und nie Fernlicht ausprobieren.

Alles in allem war es eins der besten Autoshootings, die ich bisher hatte. Jede Menge gute Resultate, ein zufriedener „Kunde“ und eine hübsche Story für mein Portfolio. Man muss aber auch sagen, dass der Porsche 964 es einem mit seiner genialen Formensprache wirklich einfach macht, ihn gut in Szene zu setzen. Egal welche Brennweite, Position oder Umgebung, der alte Schwabe sieht einfach immer gut aus. Da freut man sich doch auf den nächsten Zuffenhausener.

So schaut’s aus: