Alien Jailbreak University

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Ich hab seit längerer Zeit endlich mal wieder eine Fotoserie zusammengestellt. Und, oh Wunder, es ist eine Serie aus HDR Bildern. Aber eins nach dem anderen. Ich war ja schon diverse Male an der Regensburger Universität zum fotografieren. Manchmal mit einem schicken Auto, manchmal nur, um die betonlastige Architektur der späten 60er Jahre zu würdigen. Aber egal ob tagsüber, abends oder nachts, immer war ich mit Stativ und meiner HDR Motivklingel unterwegs. Die ersten Versuche aus 2009 möchte ich euch an dieser Stelle nicht mehr zumuten, wer das sehen will, muss einfach in den Untiefen meines Flickr-Streams danach suchen.

Nein, was ich euch heute zeigen möchte sind meine Arbeiten auf dem Regensburger Campus aus der letzten Zeit. Dabei werde ich aber auch explizit die Bilder vom Porsche Shooting mit DaN auslassen, denn diese sollen selbstverständlich in einem eigenen Blogpost gewürdigt werden.

Also worum geht es jetzt an dieser Stelle. Es geht um meine Liebe zu einem Architekturstil, den man wohl am treffendsten mit ‚Klotzen statt kleckern“ beschreiben kann. Es geht um die bereits erwähnten massiven Betonkonstruktionen der späten 60er Jahre, die man überall an der Regensburger Universität finden kann. Die verschachtelte, aber gleichzeitig großflächige Struktur der grobgeschalten Wände und die punktuelle Beleuchtung mit starken Spotlichtern mit den daraus resultierenden tiefen Schattenregionen ist einfach wie geschaffen für meine Art der HDR Fotografie. Ergänzt wird diese geniale Stimmung noch durch riesige Glasflächen, die mit ihren Spiegelungen die voluminösen Räume noch weiter ins Surreale ziehen.

Die aktuellsten Bilder entstanden bei Außentemperaturen um die -5 Grad Celsius und leichtem Schneefall. Da war die Flucht in die Innenbereiche an einem späten Freitag Abend anfangs eher eine Verlegenheitslösung um dem unattraktiven Wetter zu entkommen. Aber schon nach den ersten Schüssen in den menschenleeren Hallen rund um das Audimax war mir klar, dass dies genau die richtige Entscheidung war. Und so habe ich die Tour ein Woche später wieder am Freitag Abend gleich noch einmal unternommen, diesmal aber bei strömendem Regen und dem Focus auf die Katakomben und endlosen Zufahrten der Uni- Parkhäuser.

Das Ganze wird dann mit den Bildern, die ich vor etwa einem Jahr auf dem selben Territorium, im gleichen Stil, aber mit einem etwas anderen Blickwinkel geschossen habe, zu einer wirklich umfangreichen Serie zusammengeführt.

Zur Bearbeitung möchte ich jetzt kein Plädoyer für oder gegen die HDR Technik halten. Wer mich kennt, weiß, dass ich voll und ganz den etwas in Verruf geratenen Belichtungsreihen verfallen bin. Aber auch ich habe über die Jahre, in denen ich diese Technik nutze, meinen Stil stark verändert. Stand am Anfang die Darstellung der Technik im Vordergrund, so suche ich mir heute dediziert Motive, die wirklich nach HDR schreien.

Und da gibt es für mich eben nichts Schöneres, als wenn ich mit meiner 8mm Weitwinkel-Linse sowohl dunkle Ecken mit einer korrekten Belichtungszeit von bis zu 30 Sekunden als auch strahlende Halogen- oder Natriumdampflampen, die nach einer 1/500 Sekunde oder kürzer verlangen, gemeinsam aufs Bild bringen kann.

Damit möchte ich euch langsam an eine Fotostrecke hinführen, die mich ein paar anstrengende Sessions in der Aufnahme und viele Stunden in der Nachbearbeitung beschäftigt hat. Ich habe einige der Bilder schon vorab auf diversen Plattformen zur Schau gestellt und jede Menge Reaktionen und Kommentare erhalten, die mich motiviert haben, daraus eine richtige Fotoserie zu machen. Assoziationen mit dem Raumschiff aus den Alien Filmen oder ein Vergleich mit dem Hochsicherheitstrakt einer Strafanstalt haben mich dabei am meisten gefreut. Aber auch die obligatorischen „Daumen nach oben“ zaubern mir immer wieder ein Lächeln ins Gesicht und bestärkt mich in meiner Annahme, dass doch nicht alle HDR Bilder Clownkotze sind.

Bitteschön: