Fotomarathon München 2012 revamped pt.2

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Auf einem Bein kann man nicht stehen.
Deshalb waren wir heute natürlich wieder unterwegs um den zweiten Themenblock des Fotomarathons 2012 aus München in Regensburg nachzustellen. Warum ich das mache, habe ich gestern im ersten Teil beschrieben.

Folgende Themen gab es heute umzusetzen:

07. Lichter der Vorstadt
08. Lichtkunst
09. Scheinwelten
10. Randgestalten
11. Hoffnungsschimmer
12. Feuer und Flamme

Na dann schauen wir uns die Ergebnisse doch mal an und machen wieder den Heimvorteilcheck.

07. Lichter der Vorstadt
07. Lichter der Vorstadt

Die Regensburger Vorstädte kenne ich natürlich besser als die Münchner Vorstädte. Ich hätte da auch ein paar tolle Motivideen gehabt. Aber was bringt das, wenn diese Motive nur in der Dämmerung oder nachts funktionieren. Also hab ich das Motiv umgesetzt, auf das ich eigentlich schon am Samstag (dem Tag ohne Sonne) gehofft hatte. Ein Hochhaus, in dem die Sonne reflektiert wird. Um mit der Spiegelung auf Nummer sicher zu gehen, habe ich mich für die Glasfassade der ‚Agentur für Arbeit‘ im Gewerbepark im Regensburger Norden entschieden. In der Ecke von Regensburg stehen zwar noch ein paar andere richtig hohe Vorstadt-Betonklötze, aber die haben mit ihren relativ kleinen Glasflächen einfach nicht soviel hergemacht und wurden deshalb aussortiert.
Heimvorteil ja, aber um die Mittagszeit nur bedingt ausspielbar.
 
 

08. Lichtkunst
08. Lichtkunst

Bei diesem Thema hatte ich genau die gleichen Probleme wie bei den ‚Lichtern der Vorstadt‘. Jede Menge Ideen, aber nicht zu dieser Tageszeit. Allein rund um den Bismarckplatz hätte ich die Auwahl aus mehreren Lichtkunstwerken, beleuchteten Brunnen oder illuminierten Glaskonstruktionen gehabt. Also musste ich da hingehen, wo auch tagsüber die Lichter leuchten – und das war das Donaueinkaufszentrum. In einem Shopping-Center ist die Kunst natürlich eher spärlich vertreten, aber aufwendige Lichtinstallationen in großen Schaufenstern und riesige spiegelnde Flächen und Böden lassen sich sehr gut künstlerisch in Szene setzen.
Das Ergebnis ist also auch wieder Heimvorteil ja, aber eben nicht tagsüber.
 
 

09. Scheinwelten
09. Scheinwelten

Bereits beim ersten Durchlesen der Themen am Samstag habe ich zum Oli gesagt: „Da mach ich was mit Reflektionen“. Nachdem ich gesehen habe, wie viele Teilnehmer diese Idee hatten, bin ich heilfroh, am auf dem Tollwood in München statt einer großen Glasfläche die Schaufensterpuppe mit Schirm und Baustrahler gefunden zu haben. Aber heute in Regensburg wollte ich das Reflektionsthema umsetzen. Ich habe dazu ja schon die eine oder andere Serie gemacht, aber bei diesen Serien war ich nicht im DEZ. Hätte sich vielleicht gelohnt.
Für die Reflektionsidee gibt’s an dieser Stelle also keinen Heimvorteil, denn spiegelnde Flächen hätte ich allein bei den ‚fünf Höfen‘ mehr als genug vorgefunden.
 
 

10. Randgestalten
10. Randgestalten

Dieses Bild ist purer Heimvorteil. Es ist an einer meiner absoluten Lieblingslocations in Regensburg entstanden. Wie oft bin ich schon zum HDR fotografieren an der Steinernen Brücke gestanden und hab mich über die Touristen geärgert, die über den Rand der Brücke als ‚Randgestalten‘ bzw. ‚Randgeister‘ meine HDRs bevölkern. Was sonst aufwendig wegretuschiert wird, wurde heute zum Motiv. Ich hätte nur noch etwas knapper belichten sollen, dann hätte das starke Gegenlicht der Sonne am wolkenlosen Himmel die Personen noch besser als Silhouetten abgebildet.
Der zweite von rechts ist übrigens sicher kein Tourist, sondern unser geliebtes Bruckmandl – was für sich selbst ja schon eine Randgestalt ist, weil es auf der westlichen Brüstung der Steinernen Brücke steht.
 
 

11. Hoffnungsschimmer
11. Hoffnungsschimmer

Beim Fotomarathon in Köln wär ich auf die Hohenzollner Brücke gegangen, in Regensburg gehe ich natürlich zum Eisernen Steg, um die endlosen Reihen der Hochzeitsschlösser als Motiv umzusetzen. Zusammen mit der Frau mit Kinderwagen eine Umsetzung des Themas, wie ich sie mir gewünscht habe. Das ist natürlich nicht so ‚am Rande des Lichts‘ wie mein Kirchenfoto vom Samstag, aber was soll’s.
Heimvorteil gibt’s hier so gut wie garnicht, denn mit etwas Hilfe von Google hätte ich am Samstag in München auf die ‚Thalkirchner Brücke‘ gekommen. Ich hätte nur auf die Idee kommen müssen. Ob sich die Fahrt dort raus allerdings gelohnt hätte, kann ich natürlich nicht sagen, denn mein letzter Besuch in Hellabrunn ist schon ein paar Jahre her.
 
 

12. Feuer und Flamme
12. Feuer und Flamme

Zum Schluss gibt’s natürlich den ultimativen Heimvorteil. Denn nur hier in Regensburg kann ich meinen geliebten Weber One Touch Gold aus der Garage schieben, meine Grillhandschuhe draufpacken und hab mein Motiv. Sorry Campari, beim Grillen gibt’s nur Bier. Ich bin übrigens nicht bei der Feuerwehr, die Handschuhe waren ein Geschenk ;-]  
 

Was ist also das Fazit? Natürlich habe ich in Regensburg einen Heimvorteil, weil ich mein ganzes Leben schon hier wohne. Ob das immer gut ist – ich weiß es nicht. Vielleicht war es am Samstag Vormittag genau das richtige, dass ich mich einfach in die U-Bahn gesetzt hab und an der ersten Station ausgestiegen bin, die mir nur im entferntesten etwas gesagt hat.
Was ich am Samstag auf jeden Fall gelernt hab: Ich sollte öfter mal nach München zum fotografieren fahren, denn zum einen hab ich dort nicht jeden Stein schon dreimal fotografiert und zum anderen gibt’s dort einfach ein paar Steinchen mehr.

In diesem Sinne hoffe ich, dass euch mein kleiner Nachtrag zum Fotomarathon in München gefallen hat. Und sollte ich die Zeit finden, könnte man das die Themen ja noch ein weiteres Mal in Regensburg umsetzen. Abends in HDR – dann natürlich nicht mehr nach den offiziellen Regeln.