Erster Testlauf für den Fotomarathon in München

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Am 21.07.2012 ist Fotomarathon in München und ich bin dabei. Leider ist das der vorgeschriebene Workflow für den Wettbewerb komplett anders als meine ’normale‘ Arbeitsweise.

In knappen Worten bedeutet das:

  • nur in jpg fotografieren
  • nicht in raw fotografieren und dann in der Kamera in jpg umwandeln
  • keine Effekt-Bildbearbeitung in der Kamera
  • kein Croppen in der Kamera
  • jpg in schwarzweiss ist erlaubt
  • Active D-Lighting vor der Aufnahme ist erlaubt
  • Noisereduction bei HighISO während der Aufnahme ist erlaubt

Auf einen Punkt gebracht: Original Zeitstempel und digitalisierter Zeitstempel müssen übereinstimmen. Alles was vor der Aufnahme eingestellt werden kann ist erlaubt, danach nix mehr.

Da hab ich mir gedacht, das probier ich doch lieber vorher mal aus. Und das kann ich jedem Teilnehmer nur dringend empfehlen, denn mit meiner heutigen Aktion hätte ich mich beim echten Fotomarathon schlicht und einfach selbst disqualifiziert.

Dafür weiß ich jetzt, dass meine Kamera das Dateiformat für jeden Modus (P, A, S, M, U1, U2) seperat speichert. Losgezogen bin ich mit M, wo ich brav auf jpg umgeschaltet hatte. doch schon beim zweiten Schuß habe ich auf U2 (mein manueller Modus mit aktiver ISO Automatik) umgeschaltet und schon hab ich wieder raw fotografiert. Gemerkt hab ich das leider erst, als ich wieder daheim war und alle Bilder als raw im Kasten waren. So schnell kann’s gehen.

Aber das waren nicht die einzigen Probleme, mit denen ich zu kämpfen hatte. Ich achte zwar normalerweise auch schon sehr auf die Bildkomposition, aber wenn halt dann doch mal in einer Ecke ein scharf angeschnittenes Objekt mit ins Bild kommt, bin ich sehr schnell mit dem Crop-Werkzeug in Lightroom zu Gange. Im Wettbewerbsmodus muss man eben nochmal genauer komponieren damit auch wirklich der Bildausschnitt eingefangen wird, wie er im finalen Bild sein soll.

Ähnliches gilt für die Belichtung. Ich habe mich so an den Spielraum der raws gewöhnt, dass ich schon das ein oder andere Mal etwas daneben liege. Lightroom wirds schon richten. Bei statischen Motiven ist das ja auch kein Problem, aber wenn man eine Situation einfangen will und man entweder zu lange braucht um die manuelle Einstellung zu machen oder die Automatik aus irgendeinem Grund überfordert ist, kann dies im Wettbewerb echt zum Problem werden.

Womit ich hingegen überhaupt kein Problem hatte, war die Zeit. Durch meine zahlreichen Fotoserien bin ich mittlerweile sehr schnell im Entwickeln von Bild-Ideen. Das Aufspüren der passenden Location ist dann in Regensburg auch nie ein Problem, da kenne ich jeden Winkel der Stadt. In München werde ich mich da wohl etwas mehr auf meine Guides verlassen müssen. So schaffte ich 6 Themen in knapp 3 Stunden.

Um den Trainingseffekt noch zu erhöhen, war ich natürlich mit meinem Töchterchen und dem kompletten Kinderwagengespann unterwegs. D.h. die 3 Stunden waren inklusive Kind beschäftigen, einen Happen essen und einmal Boxenstop in der Kaufhof Wickelzone.

Damit ich nun nicht komplett leer ausgehe, hab ich die raws dann in der Kamera ohne weitere Veränderung als jpgs gespeichert um sie jetzt so zu veröffentlichen. Aber was habe ich eigentlich fotografiert. Folgende sechs Themen hatte ich mir zurechtgelegt:

  • Bei der Arbeit
  • Schnäppchen
  • Blau-Gelb
  • Sieben
  • Heimat
  • Schritt

Was ich nicht umgesetzt hatte, waren die Spezialregeln ‚Starternummer im ersten Bild‘ und ein ‚gemeinsames, übergeordnetes Thema in allen Bildern‘.
Der aufmerksame Leser wird feststellen, dass Thema 5 der aktuelle Wettbewerb der Zeitschrift ‚Photografie‘ ist und Thema 6 die aktuelle Höreraufgabe aus dem Happyshooting Podcast. Drei Fliegen mit einer Klappe, nicht schlecht Herr Weigel. Bleibt mir nur noch zu sagen, dass ich mir die Themen erst ausgedacht hab und mir dann die Motive überlegt hab, andersrum wäre es ja doof.

Bitteschön: