Serielle Fotografie: Drei

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Meine Geschichte für heute begann vor einigen Monaten beim Joggen. Ich hörte die zu dem Zeitpunkt aktuelle Folge von Moni’s Motivklingel, in der es um das Buch ‚Die Fotoserie‘
von Harald Mante ging.
Die Sache mit der seriellen Fotografie hörte sich für mich ab der ersten Sekunde sehr interessant an, weshalb ich mich nach meiner Laufeinheit schwitzend an meinen Rechner setzte und das Buch bei Amazon gekauft hab.
Gelesen hatte ich es innerhalb weniger Tage, und der Wunsch, das Ganze auszuprobieren brodelte so vor sich hin. Aber wie eingangs schon erwähnt, brodelte er etwas länger.
Aber wie so oft ergab sich letzte Woche eher zufällig eine passende Gelegenheit. Aber bevor ich darauf eingehe, möchte ich das Thema ‚serielle Fotografie‘ ganz kurz umreissen.
Es geht, wie der Name schon sagt um das Erstellen mehrerer Bilder, die einem Thema oder ‚roten Faden‘ folgen. Das können ganz plakative Themen wie ‚Türen‘, ‚Männer mit Bart‘ o.ä. sein, gerne aber auch ein wenig abstrakter wie z.B. ‚Alles was gelb ist‘ oder ‚Im Schatten‘, bis hin zu schwer darzustellenden Themen wie ‚Einsamkeit‘, ‘Unten‘ oder ‚Bitter‘. Um den Seriencharakter zu verstärken, bietet es sich an, die Aufnahmeparameter der Einzelbilder ähnlich zu halten, also z.B. immer offenblendig, mit der gleichen Brennweite oder nur Langzeitbelichtungen. Ob man die Bilder alle in einem Rutsch macht, oder Bilder über Tage, Monate oder sogar Jahre sammelt spielt dabei eine untergeordnete Rolle.
Aber zurück zu meinem Projekt.
Ich hatte an besagtem Tag zwei private Termine zwischen denen 3 Stunden lagen. Was lag da näher, als die Kamera einzupacken und zwischen den Terminen fotografieren zu gehen. Als ich aus dem ersten Termin kam, war es 12:03 und hatte -3° Celsius, wie mir eine überdimensionale Anzeige an einem Bankgebäude verriet. Der zweite Termin war um 3 Uhr, also ging zur nächsten Parkbank, um meine Kamera startklar zu machen – und die hatte 3 abgetrennte Sitze. Also beschloss ich, ‚DREI‘ als Thema zu wählen.
Durch Regensburg spazierend fand ich natürlich zuerst die offensichtlichen Motive: 3 Fenster, 3 Menschen und so weiter. Aber je länger ich ziellos umher irrte, desto geschärfter wurde mein Blick für die nicht ganz so offensichtlichen Motive (mal ganz davon abgesehen, dass ich selbst in der Regensburger Altstadt immer noch Ecken entdecken konnte, wo ich noch niemals vorher war). Auf eine feste Blende wollte ich mich nicht festlegen, dafür waren die Motive einfach zu unterschiedlich, aber meiner 35mm f/1.8er Festbrennweite bin ich über den kompletten Zeitraum treu geblieben. Mehr will ich jetzt auch garnicht dazu schreiben, sondern lieber die 33 Bilder sprechen lassen, die dabei entstanden sind.